Evangelische Kindergärten und Kindertageseinrichtungen in Stuttgart
 

Unsere Projekte

Projekt KINDERWELTEN

Der Ansatz "Kinderwelten" trägt zur vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung in Kindertageseinrichtungen bei. Es geht nicht um die Bekämpfung von Vorurteilen sondern darum, Vorteile sich bewusst zu machen und im Umgang mit Menschen darauf zu achten. Dabei gilt es nicht nur, Sachverhalte, die einen diskriminierenden Charakter haben, zu thematisieren um somit Vorurteilen entgegenzuwirken. Es geht auch darum, die vorhandene Vielfalt und Unterschiedlichkeit in den Räumen der Kindertageseinrichtungen, Horte und Krippen sichtbar zu machen und wertschätzend zu gestalten.

Dies kann zum Beispiel anhand der Bilder in den Portfolios geschehen (diese sind bei "Bildungs- und Lerngeschichten" näher vorgestellt).  

Das Projekt Kinderwelten will weg vom Stereotyp-Blick und Familien individuell in ihrer Vielfalt wahrnehmen, gegen den sog. touristischen Blickwinkel. In diesem Projekt wird auch mit sogenannten Persona Dolls gearbeitet. Es sind Puppen mit einer eigenen Persönlichkeit. Sie haben Namen, eine Familie, eine Geschichte, Vorlieben und Abneigungen. Ihre Biographie darf nicht geändert werden. Mit den Persona Dolls lassen sich schwierige Themen ansprechen wie Ärger, Konflikte, Trauer oder Erlebnisse mit Ausgrenzung.

Das Projekt strebt eine vorurteilbewusste Bildung und Erziehung an und ist in Kindergartenalltag integriert. In der Einrichtung soll mit Hilfe dieses Ansatzes eine Atmosphäre entstehen, in der alle Kinder Akzeptanz und Toleranz erfahren, in der sie gefördert werden, an Selbstbewusstsein gewinnen, in der sie aktiv am Geschehen teilhaben und in der sie Partizipationsmöglichkeiten (Teilhabe und Mitgestaltung) vorfinden.

Die Familienkultur, welche zu der Identität des Kindes gehört, sollte in der Lernumgebung vorzufinden sein.
Die Kinder sollen in der Einrichtung Vielfalt erleben und den Umgang mit ihr. Dabei ist es auch wichtig, dass sie sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung zur Wehr zu setzen lernen.

Vier Bausteine verfolgt das Projekt Kinderwelten:

1. Ich-Identität und Gruppenzugehörigkeit
Das Kind soll in seiner eigenen Persönlichkeit stark gemacht werden und sich zu einer selbstbewussten Persönlichkeit entwickeln.
Bsp: Steckbrief - Wertschätzung
Familienbuch, das gemeinsam mit den Eltern gestaltet wird

2. Respektieren von Vielfalt
In der pädagogischen Einrichtung werden wir mit einer bunten Vielfalt konfrontiert, z. Bsp.: Alter, Sprache, Kinder mit und ohne Behinderung.
Respekt gegenüber Vielfalt und Sensibilität gegenüber Vorurteilen, z. Bsp.: "Alle schwäbischen Mütter können Spätzle schaben."

3. Kritisches Denken über Vorurteile und Diskriminierung anregen
Raum für Gefühlsäußerung
Hinhören bei Diskriminierung im Alltag, wie z.B. "Du Schokolade." usw.

4. Sich Diskriminierungen und Vorurteilen widersetzen
Auf Diskriminierung reagieren und Schutz bieten. Kinder unterstützen, sich zu wehren und auch einem Erwachsenen Bescheid zu sagen.
Beispielsweise Umgang mit Adultismus.

Das mit Bundesmitteln finanzierte Projekt Kinderwelten wurde von 2008-2010 durchgeführt. Acht evangelische Einrichtungen in Stuttgart haben an diesem Projekt teilgenommen. Die pädagogischen Ansätze wurden in den Alltag integriert und werden in den Einrichtungen weiter gepflegt.

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Bildungs- und Lerngeschichten